Mix fürs Mastering vorbereiten: Die Checkliste
"Garbage in, garbage out" — dieses Prinzip gilt nirgendwo mehr als beim Audio Mastering. Selbst die beste Mastering-KI oder der erfahrenste Mastering-Engineer kann einen schlecht gemischten Track nicht in einen Profi-Sound verwandeln. Aber mit der richtigen Vorbereitung holt das Mastering das Maximum aus deinem Mix heraus.
Die Pre-Mastering-Checkliste
Gehe diese Punkte durch, bevor du deinen Mixdown für das Mastering exportierst:
- ✓ Headroom: Der lauteste Moment deines Tracks sollte max. −3 bis −6 dBFS erreichen. Kein Clipping auf dem Master-Bus!
- ✓ Master-Bus: Kein Limiter oder Maximizer auf dem Master-Bus — der Mastering-Engineer (oder die KI) setzt den Limiter selbst.
- ✓ Clipping-Check: Höre deinen Mix in einer DAW mit aktiviertem Clipping-Indikator ab. Auch kurze Spitzen zählen!
- ✓ Frequenzbalance: Zu viel Bass? Überbetonte Mitten? Kein Lochband-EQ auf dem Master? Prüfe mit einem Referenztrack.
- ✓ Stereofeld: Keine extremen Mono-Probleme. Prüfe mit einem Phasenmeter, ob der Zeiger im grünen Bereich bleibt.
- ✓ DC-Offset: Einige alte Interfaces erzeugen DC-Offset. Entferne ihn mit einem High-Pass-Filter bei 5–10 Hz.
- ✓ Export-Format: WAV 24-Bit oder 32-Bit Float, 44.1 kHz oder 48 kHz. Kein MP3 für den Mastering-Export!
- ✓ Lautstärke: Prüfe den integrierten LUFS-Wert. Er sollte zwischen −18 und −12 LUFS liegen — der Mastering-Engineer bringt ihn auf das Ziel.
Warum kein Limiter auf dem Master-Bus?
Das ist einer der häufigsten Fehler: Produzenten setzen einen Limiter auf den Master-Bus, um zu prüfen, wie laut der Track "klingen könnte". Wenn der Track dann ans Mastering geht, ist der Limiter bereits im Export — und der Mastering-Engineer (oder die KI) kann den Track nicht mehr korrekt bearbeiten.
Ein bereits gelimiteter Track hat kaum noch Dynamik. Die KI kann ihn lauter machen, aber sie kann die verlorene Dynamik nicht zurückbringen. Entferne den Limiter vor dem Export und lass das Mastering seinen Job machen.
Das beste Export-Format fürs Mastering
Exportiere deinen Mixdown als WAV 24-Bit (oder 32-Bit Float) mit 44.1 kHz oder 48 kHz. Das sind die verlustfreien Formate, die alle relevanten Frequenzinformationen erhalten.
Niemals MP3 für den Mastering-Export: MP3 ist ein verlustbehaftetes Format, das beim erneuten Kodieren Artefakte erzeugt. Wenn du deinen Mix als MP3 ans Mastering schickst, werden diese Artefakte im Master hörbar verstärkt.